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Umweltverfahrenstechnikiran

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Integriertes Wasserressourcen-Management im Einzugsgebiet des Zayandeh Rud – Iran, Implementierungsphase

  • Finanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 
  • Laufzeit: August 2019 – Juli 2022 
  • Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. Sven-Uwe Geißen 
  • Bearbeitung: Tobias Hinz, M.Sc.; Lina Streckwall, B.Sc. 
  • Projektträger: Projektträger Karlsruhe Wassertechnologie und Entsorgung (PTKA-WTE) 
  • Kooperation: inter 3 (Projektkoordinator); DWA - Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V.; ESCO – Esfahan Steel Company

 

Problemstellung

Immer extremere klimatische Bedingungen und Übernutzung durch den Menschen führen in vielen Teilen des Iran zu zunehmender Wasserknappheit für Haushalte, Landwirtschaft, Industrie und Umwelt. Das Land ist aufgrund seiner geografischen Lage überdurchschnittlich stark vom Klimawandel und damit verbundenen extremen Wetterereignissen betroffen. Aber viele Gründe für die Trockenheit im Iran sind vor allem die Folgen schlechter Ressourcenpolitik. Dem Problem des Wassermangels wird bereits eine größere gesellschaftliche Sprengkraft zugeschrieben als den US-Sanktionen.

Trotz des Aufgreifens von Integriertem Wasserressourcen-Management (IWRM) als Leitbild für die nationale Wasserpolitik, fehlt es im Land immer noch an notwendiger Erfahrung und effektiven Institutionen sowie Sektor-spezifischen oder gar Sektor-übergreifenden Strategien für dessen Implementierung.

Seit 2010 beschäftigt sich das BMBF-geförderte Vorhaben „IWRM Zayandeh Rud“  als Gemeinschaftsprojekt von deutschen und iranischen Institutionen, Wissenschaftseinrichtungen, Organisationen und Unternehmen mit der Entwicklung eines nachhaltiges Wasserressourcen-Management.

 

 

Abbildung 1: Projekttreffen mit iranischen Projektpartnern bei ESCO in Isfahan, Iran
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In der ersten Projektphase, „IWRM Isfahan“ (2010-2015), wurden dafür die Grundlagen geschaffen, Daten erhoben und Kontakte zu wichtigen Akteuren und Institutionen geknüpft. Darüber hinaus wurden die für die Durchführung des Projektes notwendigen Instrumente festgelegt. Lokalisiert war das Projekt in dieser Phase in der Region Isfahan. 

Abbildung 2: Kraftwerk in Isfahan (Iran) vor dem ausgetrockneten Flussbett des Zayandeh Rud
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In der zweiten Projektphase mit dem Namen „IWRM Zayandeh Rud“ (2015-2018) wurde der Fokus von Isfahan auf das gesamte Einzugsgebiet des Zayandeh Rud geleitet, des wichtigsten und gleichzeitig am stärksten gefährdeten Flusses des Zentraliran. Dies war auch zeitgleich der Beginn der Untersuchungen am Fachgebiet Umweltverfahrenstechnik an der TU Berlin im Teilprojekt „Alternative Wasserressourcen für industrielle Prozesse“. Des Weiteren wurden die Erkenntnisse aus der ersten Projektphase durch Pilotprojekte implementiert. Zum Abschluss dieser Projektphase wurde im Jahr 2018 ein Deutsch-Iranisches Trainingszentrum im Iran eröffnet.

In der nun bewilligten Implementierungsphase soll es darum gehen, die Entscheidungsträger und weitere relevante Stakeholder dazu zu befähigen, die wesentlichen gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen hinsichtlich nachhaltigen Wassermanagements zusammenzuführen, in konkrete Bewirtschaftungskonzepte und -Maßnahmen zu übersetzen und zu institutionalisieren.

 

Vorgehensweise

Aufbauend auf die Ergebnisse der vorangegangenen Projektphasen soll die Implementierung eines IWRM in der Industrie forciert werden. Die Umsetzung wird vom Fachgebiet Umweltverfahrenstechnik der TU Berlin in den drei folgenden Bereichen begleitet:

 

1) Produktionsintegrierte Modellierung
Anhand eines Beispielprozesses des Stahlwerkes ESCO in Isfahan soll eine produktionsintegrierte Modellierung mithilfe der Modellierungssoftware SIMBA# durchgeführt werden. Dabei soll durch enge Zusammenarbeit mit den iranischen Partnern erreicht werden, dass das Modell im Anschluss an das Projekt eigenständig auf andere Prozesse übertragen und zur Optimierung des Wassermanagements eingesetzt werden kann.

 

2) Unterstützung bei Bau und Inbetriebnahme von großtechnischen Anlagen
Die Projektpartner auf iranischer Seite werden bei Bau und Inbetriebnahme von Anlagen zur Wasseraufbereitung mit der notwendigen Expertise begleitend unterstützt. Dabei können auch Vorversuche durch die TU Berlin durchgeführt werden zur Vorbeugung von fehlerhaften Auslegungen.

 

3) Training: Modellierung, sowie Aus- und Weiterbildung
Für das entwickelte Deutsch Iranische Trainingszentrum im Iran (GITC) werden insgesamt vier Trainingsmodule entwickelt und vor Ort durchgeführt. Neben Grundlagen zu Aufbereitung von kommunalem oder industriellem Abwasser zur weiteren Nutzung in der Industrie werden auch gezielt Membranverfahren und innovative Technologien zur Wasseraufbereitung vorgestellt.

Ziel aller Maßnahmen ist die langfristige Deckung des industriellen Wasserbedarfs durch Wassereinsparung, alternative Wasserressourcen und Wasserrecycling.

  

Internetauftritt des BMBF–Verbundprojektes:

https://www.iwrm-zayandehrud.com/

https://www.wasserressourcen-management.de

 

 

 

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